Hausgemeinde (HG) - was ist das?

HG sind keine Notlösungen, sondern sie sind vollwertige Gemeinden im Sinne des NT,

wobei sich die Jesus-Jünger in ihren privaten Häusern treffen. Die HG ist selbst Teil einer Stadt- bzw. Dorf-Gemeinde. Sie ist also eingebunden in einen größeren örtlichen Rahmen, der auf der Ebene der Stadt oder des Dorfes angesiedelt ist. Man kann sagen, dass Gott in jeder Stadt/Dorf nur EINE Gemeinde hat, die sich in der Gesamtheit der HG und deren Zusammenwirken darstellt.

 

HG sind der Tempel Gottes,

und der ist heilig! D.h. zur HG sind nur Personen zugelassen, die auch durch persönliche Buße zu Gott in einer lebendigen Beziehung zu Jesus stehen und dies glaubhaft machen durch Bekenntnis, Jüngerschaft, Dienst und die Früchte des Geistes. Die Gemeinde ist das Eigentum Gottes, Er hat sie sich erkauft und abgesondert durch das Blut Jesu. Ungläubige, Suchende, Gäste... haben aber keinen Zutritt zur HG. Diesen Menschen ist mit Liebe, Achtung und Respekt zu begegnen, besonders auch durch die Verkündigung des Evangeliums und durch das persönliche Zeugnis eines Lebens in der Nachfolge. Aber ohne einen Durchbruch am Kreuz, ohne Buße, ohne Reinigung durch Jesu Blut und ohne Geburt der neuen Kreatur ist man auch nicht wirklich drin im Reich Gottes und daher auch kein Glied am Leib Jesu (HG). Analog dazu war es im alten Bund den Heiden (Ungläubigen) auch nicht gestattet, den Temel zu betreten. Im NT ist der Tempel Gottes die Gemeinde (1. Kor 3,16.17 / 2.Kor 6,16).

 

HG sind eigenständig,

d.h. obwohl sie der Norm und Autorität der Schrift (Bibel) unterworfen sind, sind sie nicht an organisatorische Vorgaben anderer Institutionen (Dachverbände, Gemeindebünde...) gebunden. Gleichwohl erkennen die HG die von Gott eingesetzten örtlichen Leiter (Älteste, Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten, Lehrer) an und sehen in ihrem Dienst eine Bereicherung zum Zwecke der Zurüstung, Auferbauung, Unterweisung, Ermächtigung zum Dienst, aber auch (wenn nötig) zur Korrektur...

 

HG sind vernetzt,

und erst in der wechselseitigen Befruchtung mit den jeweils vorhandenen Gaben kommt die volle Kraft ihres Dienste und ihres Zeugnisses in der Welt zum Ausdruck. Die Einzelkämpfer-Mentalität ist nicht biblisch und daher auch nicht erwünscht. Die ortseigenen Dienste (Älteste, Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten, Lehrer) zirkulieren in den HG und sorgen so für einen guten Austausch von geistlichen "Nährstoffen" und für eine harmonische Gesamtentfaltung des vollen Potentials der Gemeinde Jesu am Ort. Man trifft sich auch zu größeren Versammlungen, wo alle HG gleichzeitig zusammenkommen und Gottesdienste feiern.

 

HG brauchen Leitung, 

sie sind etwas wie eine geistliche "Familie"und wie jede Familie hat auch die HG ein Haupt bzw. einen Leiter. Obwohl der Hausvater als Wohnungs- oder Hausbewohner eine natürliche Autorität besitzt die zu respektieren ist, muß er nicht automatisch auch der Leiter der HG sein. Gott baut seine Gemeinde in Zusammenarbeit mit Menschen, die ER dazu beruft und befähigt. Es kann z.B. ein Ältester, Diakon, Hirte... der Gemeinde sein, der die HG geistlich leitet. Die Rolle das HG-Leiters ist gut vergleichbar mit der Rolle eines Moderators: Er begrüßt, lenkt den groben Ablauf, nimmt Impulse auf, versucht jeden einzubinden und zu Wort kommen zu lassen, sorgt für geistliche Harmonie, vermittelt bei Konflikten u.v.m...

  

HG sind multiplikativ,

d.h. sie streben in ihrer Wachstumsdynamik NICHT(!) nach Bildung größerer Gruppen (> ca. 20 Personen), sondern teilen sich immer wieder und verteilen sich dadurch besser am Ort. Das gewährleistet eine persönliche Atmosphäre, tiefere Gemeinschaftserlebnisse, stärkere Bindungen untereinander, Gaben können besser ausgeübt werden, weniger Organisation führt zu mehr Freiheit in der Versammlung...

 

HG sind einfach,

d.h. sie kommen mit wenig Organisation, Programm-Planung, Man-Power (Hausmeister, Büro, bezahlte Pastor), Technik, Geld... aus und haben so mehr Ressourcen frei für's Wesentliche. Die Strukturen sind flach, die "Dienstwege" kurz und die Effizienz größer. Die Kraft enger geistlicher Gemeinschaft kommt viel mehr zum Tragen. HG sind einfach - einfach genial. Tja, ist halt auch eine Erfindung von unserem Gott!

 

HG sind manchmal anstrengend und herausfordernd,

man kann sich gut vorstellen, dass in einer Gruppe, in der Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Echtheit, Offenheit, Überführung von Sünde... gelebt wird, auch schon mal Situationen entstehen können, die man als anstrengend, stressig oder unangenehm empfindet. Wir wollen uns aber auch unseren Schwächen stellen und rechnen mit der verändernden, heilenden und wiederherstellenden Kraft und Gegenwart Gottes. Buße soll dabei nicht als eine lästige Pflicht angesehen werden, sondern vielmehr als ein Geschenk Gottes an sein Volk, um den Prozess der Heiligung bis zum Ziel (d.h. bis zur Vollkommenheit)  in Gang zu halten.

 

HG haben eine Mission,

sie sind von Gott mit der Fülle der Gaben des Geistes ausgestattet und in diese Welt (Nachbarschaft, Stadtteil,...) gesandt, um die frohe Botschaft von JESUS bzw. das Evangelium vom Reich Gottes in Wort und Tat unter das Volk zu bringen. Diese Aufgabe ist eine der wichtigsten Beschäftigung der HG bis zur Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit. Kein Wunder also, wenn der Satan, der Feind Gottes, genau diese Mission stark bekämpft und verhindern will. Die HG braucht daher eine "kriegerische" Gesinnung im Bewußtsein, diesen geistlichen Kampf an der Seite unseres glorreichen HERRN JESUS CHRISTUS bereits gewonnen u haben.

 

HG sind Verfolgungs-resistent,

was nicht bedeutet, dass ihnen Verfolgung erspart bleibt - im Gegenteil! Es heißt vielmehr, dass sie die Eigenschaft haben, ihre Strukturen und Aktivitäten auch in ungünstigen Umständen (Verfolgung, Einschränkung der Religionsfreiheit, ...) weiter aufrecht zu erhalten. In solchen Zeiten braucht es variable Treffpunkte, Zeiten, Leiter-Strukturen... Niemand kann uns garantieren, ob nicht auch hierzulande bald der Staat seine "weltanschauliche Neutralität" gegenüber den Religionsgemeinschaften abbaut und immer mehr Loyalität für staatliche Zwecke einfordert -  Anzeichen dafür gibt es bereits! In solchen Zeiten sind HG (fast) die einzige Option für den Leib Jesu.

 

Wie kann man Glied am Leib Jesu bzw. Teil einer HG sein?

 

Wenn Du...

 

-  an Jesus glaubst (d.h. ihm vertraust und gehorsam bist), so wie die Heilige Schrift (Bibel) ihn offenbart,

-  eine persönliche Bekehrung (Buße) vollzogen hast,

-  dich abgewandt hast von deinen früheren Götzen,

-  jetzt Jesus nachfolgst (Jüngerschaft),

-  die Bibel in vollem Umfang als Gottes Wort anerkennst,

-  als Glied am Leib Jesu bleiben und geistlich wachsen willst,

-  in verbindlicher Gemeinschaft mit deinen Gaben dienen willst,

-  eine bußbereite Haltung bewahrst (d.h. Streben nach Heiligung bzw. Vollkommenheit),

-  die von Gott eingesetzten Leiter (Älteste, Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten, Lehrer) anerkennst,

 

dann bist Du qualifiziert, um Glied am Leib Jesu bzw. Teil der HG zu sein.

 

Nach einem Vorgespräch mit dem Leiter der HG wirst Du dann zur HG-Versammlung eingeladen und legst dort nochmal Zeugnis über deinen Glauben an Jesus ab. Die Aufnahme in die HG erfolgt dann bei Zustimmung der HG-Glieder.

 

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       Biblische Beleg-Stellen für die Existenz von Gemeinde in privaten Häusern der Gläubigen:

 

 

Apg 2,46: "Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Jubel und Schlichtheit des Herzens."

 

Apg 5,42: "...und sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempel und in den Häusern zu lehren und Jesus als den Christus zu verkündigen."

 

Apg 7,48/17,24:"Aber der Höchste wohnt nicht in Wohnungen, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht..." [Anm.: Gottes Gegenwart ist im neuen Bund nicht an sakrale Gebäude gebunden. Er hat die Gemeinschaft der Gläubigen an jedem Ort  - auch Privathäuser - erwählt, um in ihrer Mitte gegenwärtig zu sein.]

 

Apg 8,3:"Saulus aber verwüstete die Gemeinde, indem er der Reihe nach in die Häuser ging; und er schleppte sowohl Männer als auch Frauen fort und überlieferte sie ins Gefängnis."

 

Apg 12,12:"Und als er das erkannte, kam er an das Haus der Maria, der Mutter des Johannes mit dem Beinamen Markus, wo viele versammelt waren und beteten."

 

Apg 28,30-31:"Er aber blieb zwei ganze Jahre in seiner eigenen Mietwohnung und nahm alle auf, die zu ihm kamen;   er predigte das Reich Gottes und lehrte die Dinge, die den Herrn Jesus Christus betreffen, mit aller Freimütigkeit ungehindert."

 

Röm 16,3-5: "Grüßt Priska und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus    - die für mein Leben ihren eigenen Hals preisgegeben haben, denen nicht allein ich danke, sondern auch alle Gemeinden der Nationen -   und die Gemeinde in ihrem Haus! "

 

Kol 4,15: "Grüßt die Brüder in Laodizea und Nympha und die Gemeinde in ihrem Haus!"

 

Phlm 1,2: "und Aphia, der Schwester, und Archippus, unserem Mitkämpfer, und der Gemeinde, die in deinem Haus ist."

 

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