Grundlagen für Hausgemeinde

Hausgemeinden (HG) sind vollwertige Gemeinden im Sinne des NT. Daher gelten für diese Gemeinden natürlich alle Worte, Ordnungen und Offenbarungen, wie sie im NT niedergelegt sind. Die hier genannten Glaubensaussagen betreffen wichtige Themen, die für Christen Identitäts-stiftend sind und beziehen sich dabei ausschließlich auf die Heilige Schrift.

 

 

 

Wichtige Glaubensaussagen

 


GOTTES WORT / DIE SCHRIFT: Wir glauben an einen Gott, der deutlich reden kann! Dieser Gott hat gesprochen in seinen Propheten und in seinem Sohn Jesus Christus (Hebr. 1,1.2). Diese Worte Gottes wurden unter der Leitung des Heiligen Geistes wahrheitsgemäß bewahrt und niedergeschrieben (Joh 17,6.17; 2. Timotheus 3,16; 2. Petrus 1,20.21). Allein darauf stützt sich unser Vertrauen an die Wahrheit, Glaubwürdigkeit und Autorität der gesamten Heiligen Schriften in ihrer ursprünglichen Form (alle Bücher des Alten und Neuen Testamentes, ohne Apokryphen) in allen Fragen des Glaubens und Lebens sowie in allen Bereichen, die Geschichte, Natur und Geographie betreffen. Gleichwohl kam es im Laufe der Übersetzungsgeschichte dieser Ur-Texte immer wieder vereinzelt zu menschlichen Fehlern, die ihren Niederschlag in fehlerhaften Text-Stellen gefunden haben. Diese Tatsache sollte aber nicht zu einer grundsätzlichen Skepsis an der Glaubwürdigkeit der Heiligen Schrift führen. Vielmehr sollte im Zweifelsfall eine kritische Schriftstelle vor dem Hintergrund des Gesamtduktus' der Schrift gelesen bzw. gedeutet werden. Das bedeutet, dass eine kritische Schriftstelle eine Art "sozialer Kontrolle" durch andere Schriftstellen standhalten sollte, um Fehler zu korrigieren. Dafür bietet die Gesamtheit der Bibel genug Redundanz.  Die Bibel enthält also nicht nur Gottes Wort, sie IST Gottes Wort - wenn auch in Stückwerk!  Wir glauben und erkennen, dass Gott Sein Wort über die Jahrhunderte treu und zuverlässig bewahrt hat und lehnen jede Form von Bibelkritik (z.B. historisch-kritische-Theologie) ab.


DER EINE WAHRE GOTT: Wir glauben, dass wir Gott nur dann erkennen können, wenn ER sich in einem Akt der Selbstoffenbarung zeigt und zu erkennen gibt (Mt 11,27). Diese Selbstoffenbarung Gottes wiederum kann nur durch Glauben (Hören, Vertrauen, Gehorsam) unsererseits erkannt werden - wobei der Glaube selbst ein Geschenk Gottes (Eph 2,8) ist und nicht durch eigene intellektuelle Anstrengungen (Bibellesen, Theologiestudium...) erarbeitet werden kann.

Wir glauben an den einen, ewigen, allmächtigen, allwissenden, heiligen, gerechten und barmherzigen Gott, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, den Vater Jesu Christi, der in Seinem Wesen Liebe ist und in Geist und Wahrheit angebetet wird (2. Mose 3,15; 5. Mose 6,4; Johannes 4,24; 1. Johannes 4,16). Er ist ohne Ursprung und ohne Ende und offenbart sich in der Heilsgeschichte in Seinem Wesen als Vater, Sohn und Heiliger Geist - die alle eins miteinander sind (Matthäus 3,16 f.; 28,19; 2. Korinther 13,13; Epheser 4,3-6; Hebräer 10,29-31; Judas 20.21; Offenbarung 1,4 f. u.a.). Er ist Schöpfer, Erhalter und Richter dieser Welt. Der Gott des AT und der Gott des NT ist dasselbe Wesen. Außer diesem einen wahren Gott existieren keine anderen Götter neben Ihm (2. Mose 20,2 f.) - wenngleich es viele solcher falschen "Gottheiten" gibt (1.Kor 8,5). Alle Götter der Heiden und Religionen sind Nichtse (Jesaja 44,9 ff.). Was die Heiden ihren "Göttern" opfern, opfern sie in Wahrheit den Dämonen (1. Korinther 10,20 f.). Von jeder Art von Religionsvermischung, Götzendienst, Aberglaube, interreligiösen „Gebetstreffen“ und ähnlichem halten wir uns fern. Allen Ungläubigen und Götzendienern bezeugen wir den einzigen wahren Gott.
 
DER HERR JESUS CHRISTUS: Wir glauben an Jesus Christus als den ewigen Sohn Gottes, ewiger Gott und wahrer Mensch zugleich. Wir glauben an die Präexistenz Jesu Christi (Existenz vor Seiner Menschwerdung), an Seine jungfräuliche Empfängnis durch Maria und Seine Zeugung durch den Heiligen Geist (Matthäus 1,18; Johannes 1,1 ff.; 8,58). Wir glauben an Seine Wunder, Verheißungen und Prophezeiungen, die sich alle erfüllt haben oder noch erfüllen werden (Lukas 21,24; 24,44; Offenbarung 1,1 ff.). Jesus Christus, als Er auf Erden wandelte, war der einzige Mensch, der ohne Sünde war und ein vollkommenes und heiliges Leben geführt hat (1. Petrus 2,21 f.; Hebräer 4,15). Er hat durch Seinen freiwilligen stellvertretenden Opfertod am Kreuz von Golgatha als schuldloses „Lamm“ die Menschen mit Gott dem Vater versöhnt (2. Korinther 5,19), so dass jeder Mensch gerettet werden kann, der in Glauben und Buße Jesus Christus als Heiland und Herrn annimmt (Apostelgeschichte 2,38). Die Lehre, dass Jesus Christus das Erlösungswerk nicht für alle Menschen vollbracht habe und somit nicht jeder Mensch die Möglichkeit habe, Erlösung zu erlangen, lehnen wir ab (vgl. hierzu 1. Timotheus 2,3 f.), aber ebenso die Lehre, dass schließlich alle Menschen und womöglich sogar der Teufel und die anderen gefallenen Engel (Dämonen) errettet würden (vgl. hierzu Matthäus 3,12; 25,41.46; Markus 9,43 ff., Judas 7; Hebräer 2,16; 6,2; 2. Thessalonicher 1,9). Wir glauben an Jesu leibhafte Auferstehung am ersten Tag der Woche (Lukas 24,26-43) und an Seine leibhafte Himmelfahrt (Apostelgeschichte 1,9). Wir glauben, dass Er jetzt zur Rechten Gottes des Vaters als unser Hoherpriester sitzt (1. Petrus 3,22; Hebräer 8,1; 10,12; 12,2) und personhaft in Macht und Herrlichkeit von dort auf den Wolken des Himmels als Weltenrichter auf die Erde wiederkommen wird (Daniel 7; Apostelgeschichte 1,11; 17,31).
 
DER HEILIGE GEIST: Wir glauben, dass zur Erlösung des in Sünde verlorenen Menschen die Wiedergeburt durch den Heiligen Geist notwendig ist (Johannes 3,5). Der Heilige Geist überführt den Menschen von Sünde, bewirkt in ihm Glauben und Umkehr, leitet ihn in alle Wahrheit und befähigt ihn zu einem Leben der Heiligung und Nachfolge Jesu Christi (Johannes 16,7 ff.). Er verherrlicht nicht sich selber, sondern den Herrn Jesus Christus (Johannes 16,14). Er wird nicht selber angebetet, sondern hilft unserer Schwachheit auf und vertritt uns im Gebet mit unaussprechlichem Seufzen (Römer 8,26). Er wirkt Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung als gute geistliche Frucht in allen wahrhaft Gläubigen (Galater 5,22 f.). Geistesgaben dagegen schenkt er individuell unterschiedlich zum gemeinsamen Nutzen und zur Auferbauung der Gemeinde (1. Korinther 12). Jeder wahrhafte Christ ist vom Zeitpunkt seiner Wiedergeburt an mit dem Heiligen Geist versiegelt (Epheser 1,13). Die oft durch Handauflegung vermittelte sog. Geistestaufe (Taufe im Heiligen Geist) begrüßen wir und strecken uns danach aus (vgl. Mt 3,11 / Mk 1,8 / Lk 3,16 / Joh 1,33  / Apg 1,5 / Apg 8,15-17 / Apg 11,14-18 / Apg 19,2-6). Wir glauben, dass alle Gaben, die im NT vom H.G. gewirkt sind, auch heute noch dem Volk Gottes anvertraut sind und wir streben danach, diese Gaben bis zur ganzen Fülle im Leib Jesu wieder zu aktivieren zu seiner Ehre.
 
UNTERSCHEIDUNG DER GEISTER: Gottes Wort ruft uns zur Wachsamkeit und Nüchternheit auf, denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt und falsche Geister tarnen sich als Heiliger Geist (1. Johannes 4,1 f.; 1. Petrus 5,8 f.). Das Sprachenreden an Pfingsten war das Geschenk wirklich existierender Fremdsprachen, die von den dort Anwesenden Ausländern auch mit dem Verstand erkannt wurden (Apostelgeschichte 2; Matthäus 6,7). Davon zu unterscheiden sind Zungenreden, die mit dem bloßen menschl. Verstand nicht erkannt werden können und deren Bedeutung sich auch dem Redenden selbst entzieht. Zur Deutung von Zungenreden bedarf es einer besonderen Gabe der Auslegung (1. Kor 12,10 / 1.Kor 14,2.5).  Zerstörerische Irrlehre, Streitsucht und Sektiererei können in der christlichen Gemeinde nicht geduldet werden. Hinter allen Irrlehren und Sektenbildungen stehen falsche Geister, die - wie Satan selber (Matthäus 4,1 ff.) - zu ihrer Tarnung sogar Bibelstellen anführen, aber diese aus dem Zusammenhang reißen und verfälschen. Ihnen ist mit der klaren und nicht aus dem Zusammenhang gerissenen biblischen Lehre zu widerstehen (2. Petrus 2,1; Titus 3,10 f.). Einflüsse des derzeit vorherrschenden Zeitgeistes (z.B. durch die sog. "Aufklärung", Humanismus, Rationalismus, Relativismus, Konstruktivismus, Globalismus (UN), Weltethos-Bewegung, falsches Einheitsstreben in der Ökumene...) sind am Maßstab der Schrift zu entlarven und von der Gemeinde fernzuhalten.
  
DER MENSCH: Wir glauben, dass der Mensch Gottes Geschöpf und ursprünglich nach Gottes Ebenbild geschaffen ist. Als Mann und Frau schuf Er sie (1. Mose 1,27 f.). Jeder Mensch ist Nachkomme der Ureltern Adam und Eva (1. Mose 1 f.; Lukas 3,23-38). Alle Formen der Evolutionslehre (mit ihrer Behauptung, der Mensch habe sich aus affenähnlichen Vorfahren entwickelt) lehnen wir als bibelwidrig ab. Infolge der Sintflut besteht die heutige Menschheit aus Nachkommen der drei Söhne Noahs, die sich über die bestehende Schöpfung verbreitet haben (1. Mose 9 f.). Wir glauben, dass der Mensch im Garten Eden ohne Sünde war. Er hatte die Bestimmung, Nachkommen zu zeugen, über die Erde und ihre Geschöpfe in Zusammenarbeit mit Gott zu herrschen und niemals zu sterben (1. Mose 1 f.). Seit dem Sündenfall unserer Ureltern jedoch ist jeder Mensch der Macht Satans, der Sünde und des geistlichen und körperlichen Todes unterworfen (1. Mose 3). Durch den Sündenfall ist auch die Ebenbildlichkeit Gottes (d.h. die wesenhafte Gott-Ähnlichkeit) im Menschen zerstört worden. Aus dieser Macht der Sünde kann uns allein Jesus Christus, der sündlose Sohn Gottes befreien, indem Er den Fluch des Todes auf sich nimmt und uns ewiges Leben im Himmel ermöglicht (Römer 5,12 ff.). Nur in Christus kann die Gottes-Ebenbildlichkeit des Menschen in einem Prozess der Heiligung bis zur Vollkommenheit wieder hergestellt werden.
 

Die Sünde: Sünde ist das mit Abstand gefährlichste, schwerwiegendste und bedrohlichste Problem des Menschen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft! Die Sünde ist die "Mutter" aller Probleme", die die Menschheit hatte und jemals haben wird. Sünde betrifft das Beziehungsverhältnis zw. Gott und Menschen und meint die allumfassende Zerstörung dieser Beziehung, die augenblicklich dahin führt, dass der Mensch in einen Zustand der Verlorenheit fällt, aus dem er sich aus eigener Kraft und Anstrengung niemals befreien kann. Sünde ist (neben ihren sichtbaren Auswirkungen) im Kern eine innere Haltung des Menschen gegenüber Gott, die das Bestreben des Menschen (Geschöpf) zum Inhalt hat, sich von Gott (Schöpfer) unabhängig zu machen (Streben nach Autonomie, Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung, Selbsterlösung, Selbstzufriedenheit, Selbstgerechtigkeit... ) bzw. die gleiche Stellung wie Gott einzunehmen (Gut und Böse erkennen, Richten, Identität und Sinn stiften, Herrschen, Sprache deuten und definieren, Schöpfen,... und schlußendlich Anbetung empfangen). Sünde ist das "wie-Gott-sein-wollen" - allerdings unabhängig von und im Widerspruch zu Gott. Hinter allen möglichen Tatsünden (wie z.B. Lügen, Stehlen, Morden, Unzucht, Götzendienst...) steckt letztlich diese Haltung der Rebellion, des Mißtrauens, des Zweifels, des Ungehorsams und des Unglaubens gegenüber Gott. Da Gott die Quelle des Lebens ist, ist die Sünde nichts anderes, als die selbstverschuldete Abkehr von dieser Quelle - der Lohn kann nichts anderes sein als der Tod (bzw. ewige Verdammnis in der Hölle).

Spr 8,36: "Wer mich [Gott] aber verfehlt, tut sich selbst Gewalt an. Alle, die mich hassen, lieben den Tod."

Jer 11,3: "Und sage zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Verflucht ist der Mann, der nicht auf die Worte dieses Bundes hört,"

Jer 17,5: "So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht und dessen Herz vom HERRN weicht!"

1Kor 16,22: "Wenn jemand den Herrn nicht lieb hat, der sei verflucht! Maranatha!"

Röm 6,23: "Denn der Lohn der Sünde ist der Tod,.."

Nur JESUS, so wie er in der Bibel offenbart ist, kann den verlorenen Menschen aus der Sklaverei der Sünde und vor dem gerechten Zorngericht Gottes retten. Nur durch persönliche Buße  - d.h. eine Abkehr von falschen Göttern und Rückkehr zu einem Leben im Glaubensgehorsam gegenüber Gott - kann der Mensch durch die Gnade Gottes zu einer neuen Kreatur (neue Geburt aus dem Heiligen Geist) werden, die in der Lage ist, ein gottgefälliges Leben zu führen, Sünde dauerhaft im Prozess der Heiligung zu überwinden und gute Früchte zu bringen.


DIE SCHÖPFUNG: Wir glauben dass Gott in sechs wörtlich zu verstehenden Tagen (gekennzeichnet durch „Abend und Morgen“) Himmel und Erde erschaffen hat (1. Mose 1). Diesen Schöpfungsakt hat Gott durch Jesus Christus durchgeführt (Johannes 1,3; Hebräer 1,2; Kolosser 1,15 f; Offenbarung 3,14; 4,11). Aufgrund der Steigerung der Sünde richtete Gott die Menschheit mit einer globalen Wasserflut (Sintflut), deren Zeugen (Fossilien etc.) noch heute zu sehen sind (1. Mose 6-8). Solange die Erde besteht, wird Gott diese Schöpfung bewahren und wir sind auch aufgerufen, schonend mit der uns anvertrauten Schöpfung umzugehen (1. Mose 2,15; 8,22; 9,11). Nach 2. Petrus 3,10 werden diese Erde und ihre Werke aufgrund der wachsenden Bosheit der Menschen und des göttlichen Gerichts dereinst im Feuer ihr Urteil finden und vergehen. Nach dem zukünftigen 1000-jährigen Friedensreich (Offenbarung 20) des Messias Jesus auf dieser Erde wird Gott die jetzt bestehende Erde und Himmel wegnehmen und einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen, auf denen in Ewigkeit Gerechtigkeit wohnen wird (Offenbarung 21-22).
 
DAS HEIL: Wir glauben, dass Jesus Christus aus Liebe zu uns Menschen am Kreuz von Golgatha eine ewige, vollkommene Erlösung vollbracht hat. Der in Sünde verlorene Mensch wird allein durch den Glauben an das erlösende Sühnopfer Jesu am Kreuz und an seine Auferstehung und allein aus Gnaden von Gott gerechtfertigt (Römer 3,23 f.). Die guten Werke sind die Frucht und der Erweis des wahren rettenden Glaubens – als Folge und nicht als Voraussetzung des Errettet-Seins (Jakobus 2,17; Galater 5,22 f.). Wer Jesus Christus in Buße (Reue und Abkehr von der Sünde) als Herrn und Heiland in sein Leben aufgenommen hat, ist ein Kind Gottes geworden (Johannes 1,12). Er ist aufgerufen, in Jesus Christus, dem wahren „Weinstock“, zu bleiben, wachsam zu sein und nicht vom rettenden Glauben abzufallen (Johannes 15; 1. Timotheus 4,1; Hebräer 6,4 ff.; 10,19 ff.). Alle anderen Heilswege (z.B. Werksgerechtigkeit, Sakramentalismus, Bilder- bzw. Götzendienst, Heiligen- bzw. Marienverehrung, Selbsterlösung durch Psychologie o. ä.) lehnen wir ab. Wir glauben, dass jeder Christ durch die Rettung und Erlösung im Geist Zugang zur ganzen Herrlichkeit Gottes hat und mit Christus hineinversetzt ist an himmlische Orte. Damit hat er bzw. die Gemeinde als Ganzes Zugang zur ganzen Fülle der Gnadengaben, und kann so die Herrlichkeit Gottes in der Welt darstellen zu seiner Ehre.
 

DIE BEDEUTUNG VON WERKEN: Die Heilige Schrift unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Arten von Werken: (1) Werke des Gesetzes Mose , (2) Werke aus Glauben an Gott. Nicht immer wird in der Schrift an betreffenden Stellen deutlich gemacht, welche Art denn jetzt gerade gemeint ist. Dieser Umstand hat leider dazu geführt hat, das zwei Irrlehren aufgekommen sind, die beide eine falsche Lehre bzgl. "Werke" verbreiten.

(A) eine Irrlehre ist, dass behauptet wird, dass auch Heiden-Christen das Gesetz des Mose halten müssen (siehe Apg. 15) - was im Ergebnis dazu führt, dass eine Judaisierung des Christentums stattfindet. Dem kann man nur mit dem klaren Zeugnis der Schrift begegnen: "Darum: Aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden; denn durchs Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde." (Röm 3,20) / "aber da wir wissen, dass der Mensch nicht aus Gesetzeswerken gerechtfertigt wird, sondern nur durch den Glauben an Christus Jesus, haben wir auch an Christus Jesus geglaubt, damit wir aus Glauben an Christus gerechtfertigt werden und nicht aus Gesetzeswerken, weil aus Gesetzeswerken kein Fleisch gerechtfertigt wird." (Gal 216) / "Gal 5,4 Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen."

(B) die andere Irrlehre ist, dass keinerlei Werke mehr nötig sind, um vor Gott gerecht und auch gerettet zu werden. Auch hier sagt uns die Schrift sehr deutlich, dass Werke sehr wohl zur Errettung wichtig sind:

 "Jak 2,14 Was nützt es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, hat aber keine Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten?" / "Jak 2,20 Willst du aber erkennen, du eitler Mensch, dass der Glaube ohne die Werke nutzlos ist?" / "Ihr seht also, dass ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein." (Jak 2,24).

Mt 3,10: "Schon ist aber die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen."

Mt 25,45f: "45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr auch mir nicht getan. 46 Und diese werden hingehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben."

Fazit: wir werden gerechtfertigt durch Glaube an Jesus ohne Werke des mosaischen Gesetzes, aber dieser von Gott geschenkte Glaube bringt dann auch Werke des Glaubens und Früchte des Geistes hervor, ohne die niemand gerechtfertigt wird.


SATAN: Wir glauben, dass der Teufel (Luzifer, Satan...) als Geist (-Person) real existiert und als Feind Gottes und der Gläubigen auf der Ebene des Geistes (unsichtbare Welt, Gedanken...) wirkt. Er ist der Oberste der gefallenen Engel oder Dämonen (Epheser 6,11 f.) und zugleich auch "Gott dieser Welt" (2. Kor 4,4). Da Satan weiß, dass er wenig Zeit hat, wütet er in der Endzeit besonders heftig und versucht, alle Menschen zur Sünde und zum Abfall von Gott zu verführen (Offenbarung 12,12). Wir wollen wachsam sein, uns mit der geistlichen Waffenrüstung Gottes (Epheser 6, 10-18) bekleiden und die Geister und alle Lehren sorgfältig anhand der Bibel prüfen (1. Johannes 4,1).  Wir glauben, dass durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi alle Mächte der Finsternis bereits besiegt sind und dass sie ihrem endgültigen Schicksal im ewigen Feuer entgegen gehen (Offenbarung 20,10).
 
DAS LEBEN ALS CHRIST: Wir glauben, dass sich jeder wiedergeborene Christ in der aktiven Nachfolge Jesu Christi befindet. Diese Nachfolge ist nur in Gemeinschaft mit Jesus Christus möglich. Die Nachfolge Jesu Christi wird an der Frucht des Geistes (siehe Galater 5,22), an der Liebe zu Gott und Seinem Wort, an der Liebe zu anderen Christen und allen Mitmenschen sichtbar (Römer 13,8-10). Ein unbußfertiges Beharren in Sünde, Lieblosigkeit, Streitsucht, Rechthaberei, Unehrlichkeit, Unversöhnlichkeit und ähnliche fleischliche Verhaltensweisen (vgl. Galater 5, 19-21) passen nicht zu einem echten Christen und bedürfen, falls sie in der Gemeinde auftreten, der Seelsorge und Gemeindezucht gemäß Matthäus 18, 15-17 und 1. Korinther 5. Wir wissen um die Verantwortung, das Evangelium von der rettenden Liebe Gottes in Seinem Sohn Jesus Christus allen Menschen zu bezeugen durch Wort und Tat, und wollen dieser Verantwortung durch Mission, Evangelisation und Diakonie von Herzen nachkommen (Matthäus 28,18-20).

 

Die Familie/Ehe ist nicht nur Keimzelle der Gesellschaft und des Staates, sondern ein Geschenk Gottes an die Menschheit und KEINE Erfindung der modernen Zivilgesellschaft. Dadurch ist die Familie der von Gott gesetzte Bezugsrahmen und ein Bund zw. einem Mann und einer Frau (Monogamie), innerhalb dessen der Mann und die Frau ihre sexuelle Identität erkennen und in "geordneten Bahnen" unter dem Schutz und dem Segen Gottes ausleben dürfen. Gott schöpft den Menschen als Mann und Frau im Ebenbild Gottes. Die Ehe wird nicht durch Scheidung beendet, sondern durch den Tod (Röm 7,2-3 / 1. Kor 7,10ff.). Daraus ergibt sich auch die Ablehnung der Praxis der Wiederverheiratung von Geschiedenen. Die Ideologie des Genderismus, derzufolge der Mensch angeblich ein frei definierbares "soziales Geschlecht" hat, das mit dem biologischen Geschlecht nicht unbedingt übereinstimmen muss, lehnen wir als unbiblisch ab. Ebenso lehnen wir ab: Die Ideologie der Gleichheit von Mann und Frau, "Ehe für alle" einschl. homosexuell/bisexuell/transsexuell/... emfindender Menschen, Aufhebung des Inzest-Verbotes ... und was sonst noch so alles an "modernen" Verirrungen  herumgeistert.
 
DAS LEBEN ALS GEMEINDE: Wir glauben, dass die Gemeinde Jesu Christi aus allen durch Gottes Geist wiedergeborenen Menschen besteht. Sie ist an Pfingsten durch die Ausgießung des Heiligen Geistes entstanden (Apostelgeschichte 2). Die örtliche Gemeinde besteht aus den Gläubigen, die beständig in der biblischen Apostellehre, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet bleiben und in ihren Häusern oder an anderen Plätzen zusammenkommen (Apostelgeschichte 2,42). Wir glauben, dass die Gemeinde allein Gott/Jesus Christus und niemand anderem als ihrem Haupt untergeordnet ist (Epheser 5,23). Sie hat die schöne und wichtige Aufgabe, Licht in der dunklen Welt zu sein, Menschen in die Nachfolge Christi einzuladen und sie geistlich zu stärken, damit sie das Ziel der himmlischen Herrlichkeit erreichen (Matthäus 5,14; 28,18-20; 1. Thessalonicher 3,2).

Die Gemeinde stellt (im Idealfall) die sichtbare Gegenwart Gottes in der Versammlung der Heiligen dar, die, ausgestattet mit der Fülle der geistlichen Gaben, die gleiche Herrlichkeit repräsentiert, die auch Jesus zu eigen ist.

Die Gemeinde ist beauftragt, unter Gebet und Leitung des Heiligen Geistes Diener zu berufen, die den Anforderungen von 1. Timotheus 3; Titus 1... entsprechen. Auch für alle weiteren Dienste und Aufgaben der christlichen Gemeinde gelten ausschließlich die im Neuen Testament gegebenen Richtlinien und Anordnungen, wie sie dort geschrieben stehen, ohne Anpassung an den gottlosen und emanzipatorischen Zeit- und Weltgeist (Humanismus). Alle Glieder der Gemeinde sollten mit Gottes Hilfe sowohl durch ihr Verhalten als auch durch ihr äußeres Erscheinungsbild Vorbilder für andere Menschen sein. Sie sollten sich durch ein ordentliches und sittsames Wesen, durch die Einhaltung der neutestamentlichen Gemeindeordnung (z.B. 1. Korinther-Brief) sowie durch den inneren Schmuck ihres Herzens (1. Petrus 3, 1-7) auszeichnen. Frauen haben vielfältige Aufgaben in der Gemeinde und dürfen/sollen in der Gemeinde mit allen ihnen anvertrauten Geistesgaben dienen (inkl. Weissagung, prophetisches Reden, Zungenrede, Auslegung....). Sie dürfen aber gemäß Gottes Wort keine Ältesten sein oder lehren (1. Timotheus 2,12). Frauen sollen in der Versammlung bei Gebet und Weissagung eine Kopfbedeckung tragen (1. Kor 11,2 ff.)  Menschen, die dauerhaft und unbußfertig in offenbarer Sünde leben, Irrlehren vertreten und andere dadurch zu Fall bringen würden, müssen nach 3-maliger Ermahnung aus der Gemeinde ausgeschlossen werden mit dem Ziel ihrer Umkehr und der Bewahrung der Gemeinde vor dem Bösen (Matthäus 18,15-17 ; Römer 16,17 f.; 1. Korinther 5; Titus 3,10 f.). Wahrheit und Liebe sind untrennbar - sie sollten in der christlichen Gemeinde im Umgang miteinander eine Einheit bilden.

 

 DIE LEHRE DER APOSTEL: Wir glauben, dass die apostolische Lehre, so wie in der Bibel überliefert, damals wie heute ohne Abstriche gültige Lehre und Norm für die Gemeinde Jesu bis zu seiner zweiten Wiederkunft ist und die gleiche göttliche Autorität besitzt, wie wenn dies Jesus persönlich gelehrt hätte. Die ersten Apostel (bzw. Autoren der Briefe des NT) sind von Gott berufen, inspiriert und durch das Zeugnis Jesu beglaubigt worden, dass sie das Wort Gottes bewahrt haben (Joh 17,6-8) - sowohl mündlich als auch schriftlich. Wir verwerfen die falsche Auffassung, dass die apostolische Lehre allenfalls damals (d.h. zu Lebzeiten der Apostel) in ihrem kultur-historischen Kontext normativen Charakter hatte - jedoch heute aufgrund von historischem Wandel und gesellschaftlichem Fortschritt nicht mehr. Es ist eine bleibende Verpflichtung für die Gemeinde Jesu, für die Bewahrung der ein für alle mal überlieferten Glaubenslehre zu kämpfen (Judas 3).

 

TAUFE UND HERRENMAHL: Wir glauben, dass sowohl die Glaubenstaufe als auch das Brotbrechen (Tisch oder Mahl des Herrn) Anweisungen des Herrn Jesus Christus an Seine Gemeinde sind. Getauft werden können Menschen, die selbstständig bezeugen, dass sie Buße über ihre Sünden getan haben, Jesus Christus in ihr Leben aufgenommen haben und in der Nachfolge Jesu Christi leben wollen (Markus 16,16; Apostelgeschichte 2,38.41; 8,12 f. 36-38; 9,18 f.; 10,43-48; 18,8; 22,16; Galater 3,26 f.). Die Taufe im Wassergrab symbolisiert die Tatsache, dass der Gläubige mit Christus gekreuzigt, gestorben und wieder zu neuem Leben auferstanden ist (Römer 6). Sie geschieht gemäß der Anordnung des auferstandenen Herrn auf den Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (Matthäus 28, 19).

Das Zusammenkommen der Gläubigen am Tisch des Herrn (1. Korinther 10,16 ff.) war ein gemeinsames Essen, dass durchaus den Zweck hatte, davon auch satt zu werden. Parallel dazu wurde Brot und Wein zum Gedächtnis an den Tod Jesu gereicht. Die Teilnahme am Herrenmahl wirkt als solche keine Vergebung der Sünden, sondern dient dem Gedächtnis an das vollbrachte Erlösungswerk Jesu Christi am Kreuz von Golgatha (Lukas 22,19). Die Gläubigen bezeugen durch ihre Teilnahme, dass sie aus der Gnade und Vergebung Jesu Christi leben. Ebenso ist das Brotbrechen ein Symbol für die Gemeinschaft mit dem Herrn und der Geschwister untereinander (1. Korinther 10,16 f.). Von der Teilnahme am Mahl des Herrn sind alle Menschen ausgeschlossen, die Jesus Christus nicht persönlich kennen, die Sein Erlösungswerk nicht angenommen haben und nicht in der Nachfolge Jesu stehen. Nach 1. Korinther 11,28 soll vor der Teilnahme eine Selbstprüfung stattfinden, ob man an Leib und Blut des HERRN teilhaftig werden kann. Man sollte nur mit einem versöhnungsbereiten Herzen zum Tisch des Herrn gehen (vgl. Matthäus 5,23 f.).

Jede Form des Sakramentalismus, d.h. die Idee, dass einem religiösen Ritual (z.B. Taufe, Herrenmahl, ...) eine heilsspendende oder gar erlösende Kraft innewohnt, ohne das der daran teilnehmende Mensch durch persönlichen  Glaubensgehorsam mit Jesus verbunden ist, lehnen wir ab.
  
DIE WIEDERKUNFT JESU CHRISTI: Wir glauben, dass Jesus Christus nach der großen Trübsal für Seine Gemeinde erscheint und diese zu Ihm „in die Wolken entrückt“ wird (1. Thessalonicher 4, 16-17). Die Trübsal ist dabei eine Zeit der Prüfung, der Reinigung, Beschneidung und Läuterung der Herzen der Gläubigen, damit sie als Braut ohne Flecken und Runzeln ihrem Herrn Jesus gegenüber treten kann.  Vor der Entrückung, das heißt der Hinwegnahme der Christen von dieser Erde zum Herrn, mehren sich die Zeichen der Endzeit: falsche Christusse, falsche Propheten, Kriege, Katastrophen, Seuchen, Glaubensabfall, Gesetzlosigkeit, Lieblosigkeit, Christenverfolgung, weltweite Evangeliumsverkündigung und Wiederentstehung des Staates Israel (Matthäus 24; Lukas 21). Die Entrückung bzw. Verwandlung der Gläubigen geschieht „plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune“ (1. Korinther 15,51 f.). Jesus mahnt uns, die Zeichen der Endzeit zu beachten, um für die Begegnung mit Ihm bereit zu sein, aber Er warnt zugleich davor, einen Termin für Seine Wiederkunft auszurechnen. Er ruft jeden Menschen auf, jederzeit zur Begegnung mit Ihm bereit zu sein (Matthäus 24-25). Die schweren Gerichte der großen Trübsal auf der Erde gipfeln im Auftreten der satanisch inspirierten zwei „Tiere“ (Antichrist und falscher Prophet; Offenbarung 13), die die Welt vollends gerichtsreif machen werden. In dieser Zeit entpuppen sich die nur noch dem Namen nach „christlichen“ Kirchen vollends als in die antichristliche Ökumene eingebundene „Hure Babylon“ (Offenbarung 17 f.). Am Ende der Schreckensherrschaft des Antichristen, die auf 42 Monate begrenzt ist (Offenbarung 13,5), wird Jesus Christus als Weltenrichter erscheinen, bei der Schlacht von Armageddon alle antichristlichen Mächte besiegen (Offenbarung 16,16; 19) und danach zusammen mit Seiner bluterkauften Gemeinde das herrliche Tausendjährige Friedensreich auf der paradiesisch erneuerten Erde errichten (Offenbarung 20,1-6). Wenn Jesus bei der Schlacht von Armageddon auf dem Ölberg in Jerusalem erscheint, wird das bisher überwiegend noch verstockte Israel Ihn, den es am Kreuz durchbohrt hat, als ein Überrest seinen Messias erkennen und Ihn in Buße und Bekehrung annehmen (Sacharja 12,9 ff.; Römer 11,25 f.). Wir beten als Christen für Israel, dass es in der zunehmenden irdischen Bedrängnis, die es erfährt, als Volk gesegnet und bewahrt wird und bald Jesus als Messias erkennt.
 
DIE ZUKÜNFTIGE EXISTENZ: Wir glauben, dass alle Menschen von den Toten auferstehen werden: diejenigen, die an Jesus Christus als ihren Erlöser und Herrn glauben, zur ewigen Herrlichkeit (Auferstehung des Lebens), die Ungläubigen zur ewigen Verdammnis (Auferstehung des Gerichts, Offenbarung 20,11 ff.) in der ewigen Feuerhölle (Gehenna). Alle Menschen werden - sowohl im Zwischenzustand des Totenreichs (Scheol) bis zum Weltgericht als auch danach in der Ewigkeit - ihr Schicksal mit vollem Bewusstsein erleben (vgl. Lukas 16,19-31). Die Lehre des Universalismus, wonach alle Menschen letztendlich gerettet werden, ist ein menschlicher Wunschtraum; er befindet sich nicht im Einklang mit der Heiligen Schrift (siehe oben unter „Jesus Christus“). Ebenso gibt es nach klarer biblischer Aussage keine Auslöschung oder Bewusstlosigkeit der ewigen menschlichen Existenz nach dem irdischen Tod (Annihilation) und auch keine Wiederverkörperung (Reinkarnation) in Form von weiteren Erdenleben (Hebräer 9,27). Auch die Lehre vom Fegefeuer als Reinigungsort lehnen wir ab. Die Reinigung von Sünden ist allein durch das Blut Jesu Christi zu Lebzeiten des Menschen möglich (1. Johannes 1,7). Hier und jetzt ist die Zeit, in der jeder Mensch in Annahme oder Ablehnung des Heilsangebots Gottes in Jesus Christus die Entscheidung über sein ewiges Schicksal zu treffen hat (Hebräer 3,7 ff.) Wir warten auf den neuen Himmel und die neue Erde, die allein Gott der Herr erschaffen wird (2. Petrus 3,13; Offenbarung 21,1).

DAS VERHÄLTNIS ZUR ÖKUMENE UND ZU DACHVERBÄNDEN: Wir glauben und erkennen, dass die Gemeinden in urchristlicher Zeit nicht in Zusammenschlüssen und Dachverbänden organisiert waren. Die einzelnen Gemeinden standen zwar in brüderlicher Verbindung miteinander, waren aber strukturell selbstständig und voneinander unabhängig. Sie wurden zusammengehalten durch Jesus Christus als Herr der Gemeinde, den gemeinsamen Glauben, die Briefe und Schriften und den Dienst der Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten, Lehrer, Ältesten und durch das Band der brüderlichen Liebe. Mit Trauer müssen wir feststellen, dass sich heute viele christliche Werke, Dachverbände und Gemeindeverbände – auch im evangelikalen Bereich – in das babylonische Hurensystem (Offenbarung 17) haben hineinziehen lassen – und im Gefolge davon auch viele der ihnen angeschlossenen Gemeinden. Wir glauben demgegenüber, dass sich Biblisches und Unbiblisches, Licht und Finsternis, Christus und Belial nicht miteinander vermischen dürfen (2. Korinther 6,14-18). Von allen ökumenischen Zusammenschlüssen und Allianzen halten wir uns daher fern.

Wir versammeln uns in unabhängigen Gemeinden, sind allein Jesus Christus unterstellt und haben die Bibel als einzige Grundlage unseres Glaubens und Lebens. Zu anderen unabhängigen bibeltreuen Gemeinden pflegen wir brüderlichen Kontakt.

 

EINHEIT UND ABSONDERUNG: Das Bewahren und Suchen von geistlicher Einheit und die Absonderung von Irrlehren und allen falschen Frömmigkeitsstilen (Götzendienst) sind kein Widerspruch, sondern zwei Seiten der selben Medallie. Beide Aspekte stehen in wechselseitiger Abhängigkeit zueinander. Ein Einheitsstreben ohne Absonderung führt zu faulen Kompromissen, zu Vermischung von Wahrheit und Lüge, zum Verlust der Heiligung und im ungünstigsten Fall auch zum Verlust des Heils. Eine Absonderung ohne Streben nach Einheit mit anderen Teilen des Leibes Jesu führt zu Isolation, Rückzug, sektiererischem Denken, geistlichen Mangelerscheinungen durch Verzicht auf Dienste und Impulse aus dem Gesamt-Leib. Wir suchen daher zuerst die Einheit zu bewahren (Eph 4,3), die Gott uns bereits in Christus geschenkt hat. Diese Einheit ist keine Einheit auf der Grundlage eines kleinsten gemeinsamen Nenners unter Ausschluss von Kritik an offensichtlichen Fehlentwicklungen in den Gemeinden. Sondern diese Einheit findet ihr vollkommenes Vorbild in der Einheit von Vater und Sohn Jesus Christus (Joh 17,22-23). Diese Qualität von Einheit ist anzustreben und zu bewahren. Ergänzend dazu gilt das Gebot der Absonderung von falscher Lehre, die den Kernbestand christlicher Glaubenslehre verwirft und das Potenzial hat, Menschen vom Heil fernzuhalten bzw. auszuschließen oder zum Abfall zu verleiten. Die brüderliche Liebe zu den Geschwistern drückt sich eben nicht durch den Verzicht auf notwendige Überführung von Sünde und Korrektur aus. Das Gegenteil ist der Fall: wer seine Geschwister liebt, ist verpflichtet, diese vom falschen Weg zu überführen und zurecht zu bringen (Jak 5,19.20).

 

VERHÄLTNIS ZW. GEMEINDE UND STAAT:  Gemeinde und Staat stehen in einem natürlichen Spannungsverhältnis, da die Verfassungen beider "Körperschaften" von gänzlich unterschiedlicher Natur sind (vgl. Joh 8,23 / 18,36). Die Gemeinde ist der Leib Jesu (1.Kor 12,27 / Eph. 3,6 / 4,12) und kann gewissermaßen als "Körperschaft himmlischer Gnade" angesehen werden. Der Staat dagegen ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, ist aber viel bedeutsamer als jede noch so "vernünftig" begründete weltliche Gerechtigkeit. Der Friede Gottes ist viel wichtiger als jeder sog. " soziale Friede", der am Ende vor Gott doch nicht bestehen kann. Das Leben, das Gott uns in Christus schenkt, ist so bedeutsam, dass es sich sogar lohnt, das irdische Überleben dafür widerstandslos zu opfern um am ewigen Leben teilhaftig zu werden (Mk 8,35). Als Christen leben wir dem Leib nach in den weltlichen Strukturen und Staaten, dem Geist nach aber aus den himmlischen Gütern. Wir sind im Leib den staatlichen Mächten und seiner Gesetze unterworfen, unser Denken und Handeln aber richten wir nach Gottes Geist und Wort aus. Die Verkündigung des R.G. ist wichtige Aufgabe der Gemeinde; auch in Staaten, die dies als staatsgefährdend einstufen. Als Christen erwarten wir keine Gerechtigkeit von Ungläubigen, sondern wir sind mit Christus aller weltlichen Gesetze gestorben um so frei zu sein für die himmlische Gnade. Als Christen sind wir von Gottes Wort aufgefordert, uns von jeder Vermischung mit Ungläubigen fernzuhalten. Das bedeutet nicht, dass wir jeden Kontakt zu Ungläubigen meiden sollen. Im Gegenteil: wir sollen die Welt für Christus gewinnen indem wir allen Nationen das Evangelium verkündigen. Es gilt die Formel: Integration-ja, Assimilation-nein.  Die Konfrontation mit weltlicher Autorität nutzen wir, um Zeugnis unseres Glaubens an Jesus als den König aller Völker und Richter der Lebenden und der Toten abzugeben. Die Gemeinde Gottes hat sich strikt gegen eine Anpassung an die jeweils vorherrschenden politischen, gesellschaftlichen, "wissenschaftlichen"... Umstände zu stellen, auch wenn dadurch Vergünstigungen und wirtschaftliche Vorteile verloren gehen oder gar eine gesellschaftliche Ächtung zu befürchten ist.

 

Die fundamentalen Verfassungsprinzipien des R.G. (Gott bzw. Gottes Wort als oberste Autorität)  sind mit den fundamentalen Verfassungsprinzipien der BRD (der Staat hat oberste Autorität) nicht vereinbar. Die Politik meint, dass sie Frieden, Sicherheit und Gerechigkeit in der Welt gewährleisten kann, ohne der zentralen Figur der Weltgeschichte (JESUS) ihren angemessenen Platz einzuräumen. Das ist Götzendienst und damit stellen sich die Fürsten der Nationen gegen den HERRN und seinen Gesalbten (vgl. Psalm 2). Wir sollten nicht vergessen, dass wir in der Welt nicht in einem weltanschaulich neutralem Gebiet leben - die Welt ist immer noch das Fürstentum Satans (Joh 12,31; 16,11) und wird es noch bis zum 2. Kommen Jesu bleiben; erst recht dann, wenn der Antichrist seinen großen (aber kurzen) Auftritt hat.

 

Die Anerkennung sog. "universeller Menschenrechte und Menschenpflichten" als unabdingbarer Bestandteil moderner Verfassungen ist:

- in demokratischen Gesellschaften nicht ausreichend legitimiert,

- theologisch durch die Offenbarung in der Heiligen Schrift nicht gedeckt,

- von der Zielsetzung her durch das Evangelium vom R.G. längst überholt.

 

 

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